Amazon Update der Woche

Zwei Compliance-Deadlines und Werbung außerhalb von Amazon

FBA, Seller Central, Amazon Ads und EU-Compliance – gefiltert auf Änderungen, die für Account Management und Wachstum wirklich relevant sind.

KW 35/2026 · 24. August 2026 Deutschland + EU 5 Minuten Lesezeit

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Amazon Update der Woche KW 35 2026

Diese Woche vor allem Compliance: Amazon prüft die EPR-Registrierung seit dem 12. August in jedem EU-Land, in dem du verkaufst oder lagerst. Ab dem 1. September fällt auf Amazon.de die freiwillige 30-Tage-Rückgabegarantie für viele Kategorien weg. Und Amazon Ads spielt Sponsored Products seit dem 10. August auch außerhalb von Amazon aus.

Compliance · hohe Priorität

1. EPR wird jetzt in allen EU-Ländern geprüft

Seit dem 12. August 2026 verifiziert Amazon die EPR-Registrierung (Extended Producer Responsibility) in jedem EU-Land, in dem du verkaufst oder Ware lagerst – nicht mehr nur in Deutschland und Frankreich. Fehlt die Registrierungsnummer für ein Land, deaktiviert Amazon deine Angebote genau in diesem Land, während der Verkauf in anderen Märkten weiterläuft.

Betroffen sind unter anderem LUCID (Deutschland), Citeo/IDU (Frankreich), Ecoembes (Spanien), CONAI (Italien) und BDO (Polen). Nach Eintrag der Nummer in Seller Central kommen deaktivierte Angebote in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden zurück.

Warum das für Amazon-Marken relevant ist

Wer Pan-EU oder mit Lagerung in mehreren Ländern verkauft, löst EPR-Pflichten gleichzeitig in mehreren Märkten aus. Eine fehlende Nummer bedeutet stillen Umsatzausfall je Marktplatz – ausgerechnet vor der Q4-Vorbereitung.

Diese Woche prüfen

Aus dem Transaktions- und Lagerbericht die Zielländer ableiten und für jedes Land die EPR-Nummer kontrollieren. Fehlende Registrierungen sofort anstoßen und vorhandene Nummern umgehend in Seller Central hinterlegen.

Compliance · Frist 1. September

2. Amazon.de streicht die 30-Tage-Rückgabegarantie

Ab dem 1. September 2026 hebt Amazon die freiwillige 30-tägige Rückgabegarantie für zahlreiche Kategorien auf Amazon.de auf. Danach gilt nur noch das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht. Betroffen sind unter anderem Baby, Beauty, Drogerie, Garten, Haustier, Gepäck, Möbel, Lebensmittel und Wein.

Es gilt eine Übergangsregel nach Lieferdatum: Bis einschließlich 1. Oktober 2026 gelieferte Artikel behalten die alten 30 Tage. Eigene, freiwillig längere Rückgabefristen bleiben über die Kontoeinstellungen möglich.

Warum das jetzt Handlungsbedarf ist

Widerrufsbelehrung und Rückgabe-Kommunikation müssen fristgerecht angepasst werden, sonst drohen Abmahnungen. Gleichzeitig ändert sich in margensensiblen Kategorien die Retouren-Erwartung der Kunden.

Bis 1. September erledigen

Rechtstexte und Widerrufsbelehrung aktualisieren und die Rückgabeeinstellungen im Verkäuferkonto prüfen. Wer bewusst längere Fristen als Service anbieten will, stellt das aktiv ein.

Amazon Ads · vorbereiten

3. Sponsored Products laufen jetzt auch außerhalb von Amazon

Seit dem 10. August 2026 spielt Amazon Sponsored Products auch in Creator-Inhalten und auf weiteren Plätzen außerhalb von Amazon aus. Bestehende Kampagnen wurden dabei automatisch mit unveränderten Geboten und Budgets einbezogen – ein aktives Zutun war nicht nötig. Gesteuert wird pro Kampagne über „Increase reach" (Standard) und „Limit off-Amazon spend". Einzelne Creator lassen sich ausschließen, einen vollständigen Konto-Opt-out gibt es nicht. Die EU-Märkte sind dabei, das Vereinigte Königreich ausgenommen.

Wichtig fürs Reporting: Für Platzierungen außerhalb der Suche liefert Amazon abgeleitete (inferred) Suchbegriffe in den Reports – also nicht die echten Suchanfragen der Kunden.

Warum das für Ads-Verantwortliche wichtig ist

Ohne Prüfung fließt Budget ungewollt in Off-Amazon-Platzierungen ab. Und die vermischten Suchbegriff-Reports gefährden Negativ-Keyword- und Gebotsstrategien, die auf echten Queries aufbauen.

Diese Woche testen

In jeder Kampagne die Off-Amazon-Einstellung prüfen und dort, wo es sinnvoll ist, auf „Limit off-Amazon spend" setzen. Reporting auf inferred Keywords gegenchecken, bevor Negativlisten angepasst werden.

Account Manager Checklist

Was ich diese Woche bei Kunden prüfen würde

  • EPR-Registrierungen je aktivem EU-Markt prüfen und fehlende Nummern sofort anstoßen.
  • Widerrufsbelehrung und Rückgabe-Einstellungen vor dem 1. September aktualisieren.
  • In jeder Ads-Kampagne die Off-Amazon-Einstellung prüfen, bei Bedarf „Limit off-Amazon spend".
  • Suchbegriff-Reports auf inferred Keywords gegenchecken, bevor Negativlisten angepasst werden.
  • Bei Pan-EU-Lagerung Lager-, EPR- und VAT-Logik gemeinsam betrachten.
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