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Diese Woche vor allem Compliance: Amazon prüft die EPR-Registrierung seit dem
12. August in jedem EU-Land, in dem du verkaufst oder lagerst. Ab dem 1. September fällt auf
Amazon.de die freiwillige 30-Tage-Rückgabegarantie für viele Kategorien weg. Und Amazon Ads
spielt Sponsored Products seit dem 10. August auch außerhalb von Amazon aus.
Compliance · hohe Priorität
1. EPR wird jetzt in allen EU-Ländern geprüft
Seit dem 12. August 2026 verifiziert Amazon die EPR-Registrierung (Extended Producer
Responsibility) in jedem EU-Land, in dem du verkaufst oder Ware lagerst – nicht mehr nur in
Deutschland und Frankreich. Fehlt die Registrierungsnummer für ein Land, deaktiviert Amazon
deine Angebote genau in diesem Land, während der Verkauf in anderen Märkten weiterläuft.
Betroffen sind unter anderem LUCID (Deutschland), Citeo/IDU (Frankreich), Ecoembes (Spanien),
CONAI (Italien) und BDO (Polen). Nach Eintrag der Nummer in Seller Central kommen deaktivierte
Angebote in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden zurück.
Warum das für Amazon-Marken relevant ist
Wer Pan-EU oder mit Lagerung in mehreren Ländern verkauft, löst EPR-Pflichten gleichzeitig in
mehreren Märkten aus. Eine fehlende Nummer bedeutet stillen Umsatzausfall je Marktplatz –
ausgerechnet vor der Q4-Vorbereitung.
Diese Woche prüfen
Aus dem Transaktions- und Lagerbericht die Zielländer ableiten und für jedes Land die
EPR-Nummer kontrollieren. Fehlende Registrierungen sofort anstoßen und vorhandene Nummern
umgehend in Seller Central hinterlegen.
Compliance · Frist 1. September
2. Amazon.de streicht die 30-Tage-Rückgabegarantie
Ab dem 1. September 2026 hebt Amazon die freiwillige 30-tägige Rückgabegarantie für zahlreiche
Kategorien auf Amazon.de auf. Danach gilt nur noch das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht.
Betroffen sind unter anderem Baby, Beauty, Drogerie, Garten, Haustier, Gepäck, Möbel,
Lebensmittel und Wein.
Es gilt eine Übergangsregel nach Lieferdatum: Bis einschließlich 1. Oktober 2026 gelieferte
Artikel behalten die alten 30 Tage. Eigene, freiwillig längere Rückgabefristen bleiben über die
Kontoeinstellungen möglich.
Warum das jetzt Handlungsbedarf ist
Widerrufsbelehrung und Rückgabe-Kommunikation müssen fristgerecht angepasst werden, sonst
drohen Abmahnungen. Gleichzeitig ändert sich in margensensiblen Kategorien die
Retouren-Erwartung der Kunden.
Bis 1. September erledigen
Rechtstexte und Widerrufsbelehrung aktualisieren und die Rückgabeeinstellungen im
Verkäuferkonto prüfen. Wer bewusst längere Fristen als Service anbieten will, stellt das
aktiv ein.
Amazon Ads · vorbereiten
3. Sponsored Products laufen jetzt auch außerhalb von Amazon
Seit dem 10. August 2026 spielt Amazon Sponsored Products auch in Creator-Inhalten und auf
weiteren Plätzen außerhalb von Amazon aus. Bestehende Kampagnen wurden dabei automatisch mit
unveränderten Geboten und Budgets einbezogen – ein aktives Zutun war nicht nötig. Gesteuert wird
pro Kampagne über „Increase reach" (Standard) und „Limit off-Amazon spend". Einzelne Creator
lassen sich ausschließen, einen vollständigen Konto-Opt-out gibt es nicht. Die EU-Märkte sind
dabei, das Vereinigte Königreich ausgenommen.
Wichtig fürs Reporting: Für Platzierungen außerhalb der Suche liefert Amazon abgeleitete
(inferred) Suchbegriffe in den Reports – also nicht die echten Suchanfragen der Kunden.
Warum das für Ads-Verantwortliche wichtig ist
Ohne Prüfung fließt Budget ungewollt in Off-Amazon-Platzierungen ab. Und die vermischten
Suchbegriff-Reports gefährden Negativ-Keyword- und Gebotsstrategien, die auf echten Queries
aufbauen.
Diese Woche testen
In jeder Kampagne die Off-Amazon-Einstellung prüfen und dort, wo es sinnvoll ist, auf „Limit
off-Amazon spend" setzen. Reporting auf inferred Keywords gegenchecken, bevor Negativlisten
angepasst werden.
Account Manager Checklist
Was ich diese Woche bei Kunden prüfen würde
- EPR-Registrierungen je aktivem EU-Markt prüfen und fehlende Nummern sofort anstoßen.
- Widerrufsbelehrung und Rückgabe-Einstellungen vor dem 1. September aktualisieren.
- In jeder Ads-Kampagne die Off-Amazon-Einstellung prüfen, bei Bedarf „Limit off-Amazon spend".
- Suchbegriff-Reports auf inferred Keywords gegenchecken, bevor Negativlisten angepasst werden.
- Bei Pan-EU-Lagerung Lager-, EPR- und VAT-Logik gemeinsam betrachten.
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