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Von Timo Christian Blasberg
Amazon Ads & Marktplatz · seit 2011 Seller & Vendor
Diese Woche zählt vor allem der Kalender: Amazon hat die Peak-Fristen für 2026 final gesetzt – die Angebote für die Prime Big Deal Days müssen bis zum 23. September stehen, und die Black-Friday-Ware muss bis zum 21. Oktober in der Logistik sein. Parallel sorgt eine Klage der US-Handelsaufsicht FTC und 22 Bundesstaaten gegen Amazon für Aufsehen: Es geht um mutmaßlich versteckte Aufschläge in den Ad-Auktionen. Und bei den Einfuhren verlangt Amazon seit dem 1. September neue Zoll-Nachweise (MRN und EORI).
Fristen im Überblick
23. Sept
Prime Big Deal Days: Angebotsfrist
6.–7. Okt
Prime Big Deal Days (Event)
21. Okt
FBA-Einlieferung Black Friday (28. Okt UK)
18. Nov
Black-Friday-Angebote: Frist
FBA · Q4-Fristen
1. Der Q4-Countdown bei FBA: Angebote bis 23. September, Black-Friday-Ware bis 21. Oktober
Amazon hat die Peak-Fristen 2026 gesetzt – wer Q4 nicht verschenken will, muss jetzt Angebote anmelden und Ware rechtzeitig einliefern.
Amazon hat im Seller Central die Fristen für den Verkaufspeak 2026 veröffentlicht. Für die Prime Big Deal Days (Event am 6.–7. Oktober) läuft die Frist zum Einreichen von Angeboten am 23. September ab; die zugehörige FBA-Einlieferungsfrist (Wareneingang) lag bereits am 9. September. Für die Black-Friday-Woche gilt: Angebote bis zum 18. November einreichen – und der Lagerbestand muss bis zum 21. Oktober 2026 im Fulfillment-Center eingetroffen sein (28. Oktober für das Vereinigte Königreich).
Parallel greift die Peak-Gebühr für Versand durch Amazon vom 15. Oktober 2026 bis zum 14. Januar 2027 auf Sendungen in Deutschland und UK. Die Aktionsgebühr in Deutschland liegt bei 16 € je Werbeaktion zzgl. 0,75 % des Aktionsumsatzes; der 30-%-Frührabatt auf die Aktionsgebühr ist mit den Stichtagen 5. August (Prime Big Deal Days) und 5. September (Black Friday) bereits ausgelaufen.
Warum das fürs Account Management zählt
Die Wareneinlieferung ist der wichtigste Q4-Hebel: Wer die Frist am 21. Oktober reißt, riskiert genau in den umsatzstärksten Wochen einen Out-of-Stock. Rund um den Peak verlangsamt sich zudem die Wareneingangsbearbeitung – Pufferzeit einzuplanen ist daher keine Option, sondern Pflicht.
Diese Woche erledigen
Prime-Big-Deal-Days-Angebote bis zum 23. September final einreichen. Black-Friday-Nachschub jetzt so terminieren, dass er sicher vor dem 21. Oktober im FC ankommt, und die Aktionsfrist 18. November für Black-Friday-Deals im Kalender markieren. Bei palettierten Sendungen und knapper Bestandskapazität zusätzlichen Puffer einplanen.
Amazon Ads · USA
2. FTC und 22 US-Staaten verklagen Amazon wegen versteckter Aufschläge in Ad-Auktionen
Die US-Handelsaufsicht wirft Amazon vor, in seinen Werbeauktionen jahrelang verdeckte Aufschläge kassiert zu haben – relevant für jedes Ads-Budget.
Am 31. August 2026 haben die US-Handelsaufsicht FTC und 22 Bundesstaaten Klage gegen Amazon eingereicht. Der Vorwurf: Amazon habe seine Werbeauktionen jahrelang als Zweitpreis-Auktionen („second price") dargestellt, tatsächlich aber verdeckte Aufschläge eingezogen – intern laut Klageschrift als „soft reserve price" bzw. „proxy 2nd price" bezeichnet –, wodurch die Auktionen eher wie Erstpreis-Auktionen funktioniert hätten. Betroffen sind laut Klage Sponsored Products, Sponsored Brands und Display-Anzeigen.
Der Anteil der Sponsored-Products-Werbetreibenden, die ihr volles Gebot zahlen mussten, sei laut Klageschrift von 30–40 % (2021) auf rund 80 % (2024) gestiegen; der mutmaßliche Gesamteffekt liege im zweistelligen Milliardenbereich (US-Dollar) und betreffe über eine Million Marken und Verkäufer. Wichtig: Es handelt sich um Vorwürfe in einem laufenden Verfahren, über das noch nicht entschieden ist.
Warum das für Ads-Budgets relevant ist
Das Verfahren zielt auf den US-Markt, doch die Auktionsmechanik betrifft Werbetreibende überall – auch in Deutschland. Der Fall ist eine Erinnerung, tatsächliche CPCs und die Effizienz der Gebote kritisch zu prüfen, statt auf angenommene „Zweitpreis-Ersparnisse" zu vertrauen. Verändert Amazon infolge der Klage die Auktions-Transparenz, kann das direkt auf Gebotsstrategien durchschlagen.
Diese Woche prüfen
Gebotsstrategie und Platzierungsaufschläge (Top-of-Search vs. übrige Platzierungen) gegen die tatsächlichen CPCs abgleichen und dort, wo ACOS aus dem Ruder läuft, Gebote nachschärfen. Den Fall im Blick behalten, falls Amazon Anpassungen an der Auktions-Darstellung ankündigt.
Compliance · Zoll & Import
3. Neue Import-Nachweise: Amazon verlangt MRN und EORI für Einfuhren in die EU
Seit dem 1. September braucht es für EU-Einfuhren neue Zoll-Nachweise – sonst drohen gesperrte Wareneinlieferungen.
Seit dem 1. September 2026 verlangt Amazon zusätzliche Import-Angaben: die Movement Reference Number (MRN) sowie die EORI-Nummer des Landes, in dem die Ware erstmals in die EU eingeführt und verzollt wurde. Betroffen sind vor allem Verkäufer mit Firmensitz außerhalb der EU, die Ware aus Nicht-EU-Ländern einführen: Bei Pan-EU-Verkäufern gilt es für alle Einlieferungen in EU-Lager, bei Nicht-Pan-EU-Verkäufern für Direktsendungen an französische Fulfillment-Center.
Die Angaben sollen innerhalb von 60 Tagen nach Eingang der Sendung vorliegen. Fehlen danach gültige Daten, kann Amazon das Anlegen neuer Sendungen an EU-Fulfillment-Center sperren; bereits eingelagerte und zuvor versandte Ware bleibt hingegen verkäuflich.
Warum das im Account Management zählt
Direkt betroffen sind primär Konten mit Nicht-EU-Firmenstruktur sowie Direktsendungen nach Frankreich – doch für jede Marke, die aus dem Nicht-EU-Ausland importiert, ist es ein Weckruf. Eine gesperrte Wareneinlieferung kurz vor dem Q4-Peak wäre teuer, deshalb gehören die Import-Nachweise jetzt sauber dokumentiert.
Diese Woche klären
Prüfen, ob das Konto betroffen ist (Firmensitz außerhalb der EU, Pan-EU-Einlieferungen oder Direktsendungen an FR-FCs). MRN und EORI des Einfuhr- bzw. Verzollungslandes für kommende Wareneinlieferungen erfassen und so ablegen, dass sie fristgerecht innerhalb der 60 Tage hinterlegt werden können.
📦 Fun Fact der Woche
Der Pfeil im Amazon-Logo zeigt von „a" zu „z" – das Versprechen, dass es dort
alles „von A bis Z" gibt. Gleichzeitig formt er ein Lächeln.
Account Manager Checklist
Was ich diese Woche bei Kunden prüfen würde
- Prime-Big-Deal-Days-Angebote bis zum 23. September final einreichen und die Aktionsfrist 18. November für Black-Friday-Deals einplanen.
- Black-Friday-/Q4-Nachschub so terminieren, dass die Ware sicher bis zum 21. Oktober im FC eintrifft – mit Puffer für die langsamere Wareneingangsbearbeitung im Peak.
- Ads-Gebotsstrategie im Licht der FTC-Klage prüfen: tatsächliche CPCs, Platzierungsaufschläge und ACOS abgleichen und Gebote gezielt nachschärfen.
- Bei Import aus dem Nicht-EU-Ausland klären, ob das Konto von der neuen MRN-/EORI-Pflicht betroffen ist, und die Nachweise für kommende Einlieferungen dokumentieren.
- Vor dem Q4-Peak Logistik-Fristen, Aktionsanmeldungen und Import-Nachweise als Block abarbeiten, damit im Aktionsgeschäft nichts blockiert.
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